Keilbecken oder V-Aquarium für Hobby-Fischzüchter

11.04.2010 Gerhard Ott

Keilaquarium von der Seite - Gerhard Ott
Keilaquarium von der Seite - Gerhard Ott
Aquarianer ärgert das: Fischeltern stellen ihrem Laich nach, fressen Eier und eigene Jungfische. Tipps für die Zuchtpraxis gibt es hier.

In der Wildnis beginnt die natürliche Auslese für die meisten jungen Fische noch im Ei. Artgenossen schnappen nicht selten nach gerade abgelaichten Eiern von Fischeltern. Bei lebend gebärenden Fischen werden gerade geborene Jungfische verspeist. In der Natur entkommen genügend Nachkommen diesem Kannibalismus. In räumlich beschränkten Aquarien schmälert solches Fischverhalten nicht brutpflegender Arten den Erfolg des Hobbyzüchters.

Ablaichkasten und Laichroste

Deshalb haben findige Aquarianer Methoden erfunden, um hungrige Fischeltern von Eiern und Nachwuchs fernzuhalten:

  • Ablaichkästen
  • Laichroste oder Laichgitter
  • Laichmatten
  • Laichsubstrate aus Kies
  • Keilbecken oder V-Aquarien

Für Guppy, Platy und andere lebend gebärende Zahnkarpfen gibt es im Zoohandel sogenannte Ablaichkästen. Das befruchtete und trächtige Weibchen wird dort hineingesetzt und das lebend geborene Junge kann durch einen Schlitz im Boden in eine sichere Kammer entkommen. Für eierlegende Arten basteln sich Aquarianer Konstruktionen aus Gittern, durch die Eier hindurch fallen oder legen Fußmatten aus Kunststoff in die Zuchtaquarien. Die Eltern erreichen die Eier, die zwischen den Kunststoffstacheln liegen nicht. Bei allen diesen Methoden muss der Züchter die Aquarien regelmäßig kontrollieren, um Jungfische oder Laich entnehmen zu können. Es gibt auch eine Methode für den Daueransatz, wenn man nicht weiß, wann die Eltern laichen werden.

Keilbecken oder V-Aquarium

Eine pfiffige Erfindung ist das Keilbecken oder V-Aquarium. Das Keilbecken ist eine technische Verfeinerung eines Daueransatzes in einem mit Wassermoos wie Vesicularia verkrauteten Aquariums, in dem Kleinfische vermehrt werden können. Die Ursprünge diese Idee liegen im Dunklen der Aquaristikgeschichte. Im Zoohandel wird man meist vergeblich danach suchen, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Das Prinzip des Keilbeckens lässt sich am besten durch die Sicht aus der Vogelperspektive erklären: Ein Luftheber – es geht auch eine regulierbare Pumpe – befördert das Aquarienwasser aus einer Kammer mit offenporigem Filterschaum (A) in das Aquarium mit den Elternfischen (B), die dort laichen, und strömt mehr oder weniger umlaufend durch eine reusenartige Schleuse aus Glasscheiben mit einem Schlitz von etwa zwei Millimetern mitsamt geschlüpften Larven in die Aufzuchtkammer (C). Im Abteil B bringt man das für die zu züchtende Fischart entsprechende Laichsubstrat ein, meist krautige Pflanzen. Dort werden die Eltern mit eiweißreicher Nahrung wie weißen Mückenlarven gefüttert.

Zwar werden bei dieser Methode auch einige Eier oder Larven Opfer Laich räubernder Eltern, aber für die eigene Bestandserhaltung kann man der Kammer C genügend Jungfische entnehmen. Der Vorteil ist, dass die ganze Konstruktion fast automatisch läuft. Denn die Larven und kleine Jungfische können gegen die Strömung nicht in das Ablaichabteil B schwimmen. Dafür finden sie an dem Substrat des Schaumstofffilters in ihrem Abteil C erste Nahrung. Das ist für Arten, die anfangs mit Kleinstfutter versorgt werden müssen sehr praktisch.

Aus der Kammer C des Keilbeckens entnimmt man die Larven oder Jungfischchen und zieht sie dann weiter auf.

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  • Keilaquarium von der Seite - Gerhard Ott

    Keilaquarium von der Seite - Gerhard Ott

  • V-Aquarium, Prinzipskizze von oben gesehen - Gerhard Ott

    V-Aquarium, Prinzipskizze von oben gesehen - Gerhard Ott

  • Kies als Laichfalle - Gerhard Ott

    Kies als Laichfalle - Gerhard Ott

  • Fussmatte als Laichfalle - Gerhard Ott

    Fussmatte als Laichfalle - Gerhard Ott